Am Sonntag, dem 1. November 2026, dem Fest der heiligen Ärzte Kosmas und Damian, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria und Exarch von Ungarn der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kirchengemeinde der Heiligen Ärzte Kosmas und Damian in Graz vor, die an diesem Tag ihr Patronatsfest feierte. Mit ihm zelebrierten Seine Exzellenz Bischof Maximos von Ariste, der Pfarrer der Gemeinde, Era priester Dimitrios Makris, und der Pfarrer der Ukrainischsprachigen Orthodoxen Gemeinde zum Hl. Apostel Andreas dem Erstberufenen in Graz, Erzpriester Anatolii Slynko.
In seiner Predigt sprach Seine Eminenz von dem verschlossenen Tor und den zwei offenen Händen: von dem Tor des Reichen, vor dem Lazarus leidet, und von den Händen der heiligen Ärzte Kosmas und Damian, die sich dem Leid des Menschen zuwenden. Im Gleichnis des Evangeliums, so bemerkte er, sehen wir das Leben, wenn es in der Selbstgenügsamkeit gefangen ist, in den gefeierten Heiligen dagegen das Leben, wenn es zur Gabe wird. Aus dieser Begegnung tritt die tiefste Frage unseres Heils hervor: Was machen wir mit der Gegenwart des anderen in unserem Leben?
Der Reiche lebt Tag für Tag in Freuden, während sein Bruder voller Geschwüre vor ihm liegt. Er könnte ihm begegnen, doch sein Wohlstand ist zu einer geschlossenen Welt geworden, und er lebt weiter, als gäbe es Lazarus nicht. Das Böse, so betonte Seine Eminenz, kann die Gestalt eines ruhigen Alltags annehmen, in dem uns das Leid des Bruders nicht mehr berührt. Christus gibt dem Armen einen Namen, Lazarus, während der Reiche namenlos bleibt. Kein Mensch ist vor Gott bedeutungslos, und wer am Tisch der Menschen keinen Platz hat, trägt einen Namen in Gottes Wissen und Liebe.
Das Gleichnis wirft Licht auf den Gebrauch unserer Freiheit. Die Güter können zu Dank, Gastfreundschaft und Linderung werden, sie können aber auch zur Mauer werden. Die Verweigerung der Gemeinschaft wiegt schwer, denn der Mensch wurde geschaffen, um zu lieben und geliebt zu werden.
Die heute gefeierten Heiligen Kosmas und Damian, Brüder aus Kleinasien, lernten, den Menschen ohne Lohn zu lieben und ihm zu dienen. Ihre Uneigennützigkeit offenbart eine tiefe Freiheit, denn sie wussten, dass das Charisma ein anvertrautes Gut ist und Wissen Verantwortung mit sich bringt. In ihren Händen wurde die Wissenschaft zum Dienst und der Dienst zum Zeugnis der Menschenliebe Gottes. Sie eilen dem Bruder entgegen, suchen ihn auf und wollen ihm Erbarmen erweisen. In ihrer Person gewinnt die christliche Nächstenliebe eine christologische Tiefe, denn im Antlitz des geringsten Bruders ruft uns der Herr selbst zur Begegnung.
Abschließend rief Seine Eminenz die Gläubigen auf, die heiligen Ärzte Kosmas und Damian zu bitten, uns zu helfen, den geprüften Bruder zu sehen, und beim Herrn für die Heilung unserer Gefühllosigkeit einzutreten, damit wir den Lazarus vor unserer Tür erkennen, das Tor öffnen, solange noch Zeit ist, und den Überfluss in Liebe und Hingabe verwandeln, um die Gnade und die Freude der Gemeinschaft mit dem Herrn zu kosten und seines ewigen Reiches gewürdigt zu werden.
Nach der Göttlichen Liturgie wurde eine Artoklasia gefeiert, und anschließend fand in einem nahe gelegenen Restaurant ein Festessen für alle statt, die daran teilnehmen wollten.